Beim E-Commerce findet kein direkter persönlicher Kontakt zwischen Anbieter und Nachfrager statt1 Barth, Klaus; Hartmann, Michaela; Schröder, Hendrik (2007):Betriebswirtschaftslehre des Handels. 6. Aufl. Wiesbaden 2007 . Es handelt sich also um Kontaktgestaltung nach dem Distanzprinzip.


Dadurch ergeben sich für B2C E-Commerce unter anderem folgende Unterschiede zu den Betriebstypen mit der Kontaktgestaltung nach dem Residenz-, Domizil- oder Treffprinzip:


Nachfrager kann die Ware vor dem Kauf nicht inspizieren. Das Vertrauen in den Online-Händler hat eine positive Wirkung auf die Absicht, Produkte online zu kaufen2 Ahlert, Dieter; Heidebur, S.; Michaelis, Michael (2007): KaufverhaltensrelevanteEffekte des Konsumentenvertrauens im Internet: Eine vergleichende Analyse vonOnline-Händlern. Münster 2007. . Dabei beschränken sich die Konsumenten häufig auf das Sortiment des präferierten Anbieters(„cognitive lock-in“). Die Produktauswahl wird ebenfalls habituel, hauptsächlich aufgrund der bekannten Marke getroffen3 Fritz, Wolfgang (2005): Tendenzen im Internet-Marketing 1995 - 2005. Braunschweig2005. .


Physischer Standort spielt beim Kontakt keine Rolle Im Gegensatz dazu ist der „virtuelle Standort“ des Betriebs ein wichtiger Faktor für die Marktbearbeitung. Darunter versteht man die Position der Website des Betriebs relativ zu frequentierten Diensten im Internet, also z.B. die Position in den Suchergebnissen in Google oder in den News-Portalen; je leichter die Website für die Internetnutzer zu finden ist, desto mehr wird sie besucht4 Häring, Julia (2005): The Virtual Location of E-Tailers: Evidence from a B2C ECommerce Market. Mannheim 2005. .


Die Restriktion von Verkaufsfläche entfällt; Allerdings stellt der Vertrieb über das Internet besondere Anforderungen an räumliche Überwindung bei der Distribution und Retrodistribution. Es bieten sich daher für diesen Betriebstyp insbesondere Produkte an, die leicht transportiert oder direkt übers Internet übertragen werden können1 Barth, Klaus; Hartmann, Michaela; Schröder, Hendrik (2007):Betriebswirtschaftslehre des Handels. 6. Aufl. Wiesbaden 2007 .


jede Transaktion liefert personenbezogene Daten; So können z.B. gekaufte und angeschaute Produkte, eingegebene Suchbegriffe, Clicks und sonstige Eingaben jedes einzelnen Besuchers gespeichert und jeweils zu einem individuellen Kundenprofil zusammengestellt werden6 Vossen, Gottfried; Hagemann, Stephan (2007): From Version 1.0 to Version 2.0: Abrief history of the web. Münster 2007. . Außerdem können die gewonnenen Daten für die Schätzung der Nachfrage und der entgeltpolitischen Entscheidungen effektiv genutzt werden7 Guo, Liang (2009): The benefits of downstream information acquisition. In: Marketingscience : the marketing journal of TIMS/ORSA 28 (3), S. 457–471. o.O. 2009. .


Für B2B E-Commerce entsteht durch die Art der Kontaktgestaltung(Distanzhandel) eine besondere Anforderung an die Effektivität der automatisierten Kommunikation8 Gómez-Pérez, Asunción; Fernández-López, Mariano; Corcho, Oscar (2004):Ontological engineering. With examples from the areas of knowledge management, ecommerce and the Semantic Web. London, New York 2004. . Da es sich beim E-Commerce um Fernabsatz handelt, sollen besondere gesetzliche Anweisungen sowie Pflichten im elektronischen Verkehr, z.B. bezüglich der Widerrufsbelehrung etc. beachtet werden9 Wien, Andreas (2009): Internetrecht. Eine praxisorientierte Einführung. 2. Aufl.Wiesbaden 2009. .


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1 Barth, Klaus; Hartmann, Michaela; Schröder, Hendrik (2007):Betriebswirtschaftslehre des Handels. 6. Aufl. Wiesbaden 2007
2 Ahlert, Dieter; Heidebur, S.; Michaelis, Michael (2007): KaufverhaltensrelevanteEffekte des Konsumentenvertrauens im Internet: Eine vergleichende Analyse vonOnline-Händlern. Münster 2007.
3 Fritz, Wolfgang (2005): Tendenzen im Internet-Marketing 1995 - 2005. Braunschweig2005.
4 Häring, Julia (2005): The Virtual Location of E-Tailers: Evidence from a B2C ECommerce Market. Mannheim 2005.
5 Barth, Klaus; Hartmann, Michaela; Schröder, Hendrik (2007):Betriebswirtschaftslehre des Handels. 6. Aufl. Wiesbaden 2007
6 Vossen, Gottfried; Hagemann, Stephan (2007): From Version 1.0 to Version 2.0: Abrief history of the web. Münster 2007.
7 Guo, Liang (2009): The benefits of downstream information acquisition. In: Marketingscience : the marketing journal of TIMS/ORSA 28 (3), S. 457–471. o.O. 2009.
8 Gómez-Pérez, Asunción; Fernández-López, Mariano; Corcho, Oscar (2004):Ontological engineering. With examples from the areas of knowledge management, ecommerce and the Semantic Web. London, New York 2004.
9 Wien, Andreas (2009): Internetrecht. Eine praxisorientierte Einführung. 2. Aufl.Wiesbaden 2009.